e5-Exkursion zu PV-Anlagen in Salzburg und Oberösterreich
Die Stromerzeugung aus Solarenergie auf größeren Flächen wird aufgrund des steigenden Strombedarfs erforderlich sein, da sie eine kostengünstige Form der Energieerzeugung darstellt. Voraussetzung ist die Netzverträglichkeit und der Abgleich mit anderen Nutzungsinteressen. Wie Energieerzeugung und Landwirtschaft kombiniert werden können, war Ende Mai Thema einer e5-Exkursion.
Am Programm stand die Besichtigung von zwei Agri-PV-Anlagen in Oberösterreich und Salzburg. Zwanzig Teilnehmende aus Salzburger Gemeinden, politische Mandatare sowie Privatpersonen aus e5-Teams, konnten vor Ort mit den Projektbetreibern über Anlagentechnik, Stromerträge und Behördenverfahren diskutieren. Landwirte berichteten über ihre Erfahrung mit der Bewirtschaftung der Äcker und Wiesen unter den PV-Paneelen. Über den Prozess zur politischen Entscheidungsfindung brachte Bürgermeisterin Andrea Pabinger aus Lamprechtshausen ihre Erfahrungen ein.
In Pischelsdorf (OÖ) errichtete der Projektentwickler EWS gemeinsam mit der Energie AG eine PV-Anlage mit 4,6 MWp Leistung. Die Solarpaneele werden dem Sonnenstand entsprechend nachgeführt. Ackerfrüchte wie Soja, Hafer oder Wintergetreide können angebaut werden.
Die PV-Anlage der Wiesenstrom GmbH, an der die Salzburg AG maßgeblich beteiligt ist, wurde angrenzend an einen Landwirtschaftsbetrieb in Lamprechtshausen errichtet. Die Wiesenflächen zwischen den PV-Reihen werden als Freilaufbereich für mehr als 4.000 Hühner genutzt. Die Anlage hat insgesamt 4,5 kWp, die Solarerträge werden direkt in das Netz eingespeist.
In der Raumordnung hat das Land Salzburg einen Abgleich mit dem übergeordneten Zielen verankert. Für die Landwirtschaft sind hochwertige Produktionsgebiete auf Dauer von anderen Nutzungen freizuhalten. Daher kommen für PV-Anlagen im Grünland vorrangig Flächen in Betracht, die entweder vorbelastet sind, wie etwa Zonen entlang von stark befahrenen Verkehrsachsen, oder die landwirtschaftlich geringwertige Böden aufweisen. Gemeinden entscheiden über die Kennzeichnung der Flächen im Rahmen der Flächenwidmung. Um Gemeinden und Projektentwickler über die Rahmenbedingungen zu informieren, wurde beim Land Salzburg eine „Anlaufstelle Erneuerbare Energie“ eingerichtet.


